Donnerstag, 25. Februar 2021

ACHTUNG! Vortrag von Ulrich Brand verschoben

Der für heute, 25.02., geplante Vortrag von Ulrich Brand muss leider verschoben werden. 

Als Nachholtermin ist der 18.03. angesetzt, Beginn ist um 18.30. Informationen zum Zugangslink folgen.



Mittwoch, 3. Februar 2021

Pressemitteilung 03.02.2021: Städtische Aufnahme von Geflüchteten aus Moria

 PM, 03.02.2021

 

Augsburger Flüchtlingsrat begrüßt die jüngsten Entwicklungen zur Aufnahme von Geflüchteten in Augsburg – aber es muss mehr passieren!

 

Der Augsburger Flüchtlingsrat begrüßt die Aufnahme von Geflüchteten im Zuge des als „Augsburger Dreiklang“ bezeichneten Stadtratsbeschlusses vom 28.05.2020. Wir heißen jede schutzsuchende Person, die nach Augsburg kommt, herzlich willkommen.

Kritisch bleiben jedoch weiterhin drei Aspekte:

  • Wir respektieren den Einsatz von Ehrenamtlichen und Stadtverwaltung, die sich im Rahmen des NesT-Programms einsetzen und wir freuen uns für die Neuankommenden. Die Aufnahme über das NesT-Programm bleibt jedoch Augenwischerei, weil über das Programm nicht mehr Geflüchtete nach Deutschland oder Augsburg kommen. Die Anzahl der durch NesT hinzukommenden Personen werden sowohl auf das Gesamtvolumen der deutschen Resettlement-Programme als auch auf den Königssteiner Schlüssel angerechnet. Zudem wird die finanzielle Verantwortung privatisiert, da die Mentor:innen die Miete für zwei Jahre übernehmen müssen.
  • Im Stadtratsbeschluss zum „Augsburger Dreiklang“ heißt es, die Stadt wolle „über den Königssteiner Schlüssel hinaus Geflüchtete aufnehmen“. Davon ist in der Pressemitteilung leider keine Rede mehr. Darin werden lediglich Aktivitäten gelobt, die sich im Rahmen der ohnehin aufzunehmenden Anzahl an Geflüchteten bewegen.
  • Schließlich bedauern wir weiterhin, dass sich Augsburg nicht der Initiative der „Seebrücke“ mit inzwischen über 220 deutschen Städten und Kommunen angeschlossen hat. Denn was wir benötigen, das ist politischer Druck auf Bundes- und Landesregierung, um neue Bundes- und Landesaufnahmeprogramme zu initiieren. Und politischer Druck lässt sich besser als Bündnis aufbauen, denn als Einzelkämpfer:in.

Wir hören den Augsburger Dreiklang derzeit also noch eher leise klingen, freuen uns aber gleichwohl über den „ersten wichtigen Schritt“, wie Eva Weber erklärt.


 

Montag, 25. Januar 2021

Unmenschlichkeit fängt in Europa an! Zur Situation in Bosnien

Unmenschlichkeit fängt in Europa an!

Stellungnahme des Augsburger Flüchtlinsgrates, gemeinsam mit Zusammenschluss Augsburger Migranten(selbst)organisationen e.V.und samo.fa plus

 

Wenn wir im Zelt reden, ist unser Atem sichtbar. Die Kinder weinen vor Kälte.

Diese Worte eines Geflüchteten in Bosnien-Herzegowina beschreiben auf dramatische Art und Weise die Situation an Europas Außengrenzen.

Nicht erst seit Wintereinbruch sind Geflüchtete, darunter auch zahlreiche Kinder, den eisigen Temperaturen, Gewalt durch Polizei und illegalen Bürgerwehren, unmenschlichen Lebensbedingungen, Krankheiten und mangelnder medizinischer Versorgung, illegalen Pushbacks und Völkerrechtsverletzungen sowie der Pandemie ausgesetzt. Die Liste dessen, was Menschen - nicht nur in Bosnien Herzegowina - erleiden müssen, lässt sich unendlich lang weiterführen.

Zudem werden die hilfeleistenden NGOs aus ganz Europa, die die einzige Versorgungsgrundlage der geflüchteten Menschen in Bosnien Herzegowina darstellen, bedroht, kriminalisiert, angefeindet und sogar als „Schlepper“ kriminalisiert und juristisch verfolgt. Selbiges ist bekannt aus der Situation der Seenotretter*innen im Mittelmeer.

Unbekannt ist all das nicht, niemandem! Unzählige Artikel, Dokumentationen und Videobeiträge in den Medien berichteten und berichten weiterhin über die Situation der Geflüchteten an den Außengrenzen. In einer Videoreportage des Spiegel vom 17.01.2021 heißt es: „Das Militär ist gekommen, hat ein paar Zelte aufgestellt, das sieht aber so aus als wäre es eher ne Maßnahme um die Öffentlichkeit in Europa zu beruhigen als den Flüchtlingen wirklich zu helfen.“

Die Situation an den Außengrenzen Europas ist nicht mehr und nicht weniger als das gewollte Resultat einer gewollten Abschottungs- und Abschreckungspolitik. Solch eine menschenverachtende und -feindliche Politik wollen wir nicht akzeptieren! Daher rufen wir zu einer bundesweiten Spenden- und Hilfskampagne auf und fordern von der Bundesregierung und der Europäischen Union:

Sofortige Aufnahme aller Menschen aus den unmenschlichen Lagern an den europäischen Außengrenzen.

Stoppt die Abschottungs- und Abschiebepraxis gegenüber Geflüchteten.

Stoppt die illegale Pushback-Politik!

Schaffung von legale Fluchtrouten!

Stoppt die repressive Asylpolitik!

Stoppt die Abschiebungen aus Deutschland und Europa!

 

Vor Ort werden Spenden und Solidarität dringend gebraucht. Wir können folgende beiden Spendenziele nachdrücklich empfehlen:

A) Blind Spots                                                               B) SOS Balkanroute

(https://www.web.blindspots.support/)                             (https://www.facebook.com/SOSBalkanroute/)

IBAN: DE50 4306 0967 1076 2640 00                            IBAN: AT20 2011 1842 8097 8400

BIC: GENODEM1GLS                                                    BIC: GIBAATWWXXX

                                                                                           Kontoinhaber: SOS Balkanroute

Kontoinhaber: Ost & Found e.V.                                       Verwendungszweck: Spende

Verwendungszweck: BLINDSPOTS