Mittwoch, 15. August 2018

Augsburg zeigt Flagge! Gegen Abschiebungen nach Afghanistan und irgendwohin.

Hochfeld
Die  gnadenlose und unmenschliche Abschiebehysterie der Bundesregierung und insbesondere Bayerns kennt kein Halten. Am 14.08.2018 startete erneut ein Abschiebeflieger aus München in Richtung Kabul. An Bord waren nach bisheriger Kenntnis 46 Menschen, die von Innenminister Seehofer in ein von Bürgerkrieg, Terror und Perspektivlosigkeit gezeichnetes Land geschickt wurden. Die Auswahl der Betroffenen erfolgt mittlerweile völlig willkürlich, es werden  Menschen aus ihren Ausbildungen und sozialen Beziehungsgeflechten gerissen. Diese Willkür zeigt sich nicht zuletzt in dem vermeintlich "sanfteren Kurs" des bayerischen Ministerpräsidenten Söders, der die überraschende Erteilung einer Duldung für den Bayreuther Danial M. als landesväterlichen Akt der Großherzigkeit zu inszenieren versucht. Die schlechten Nachrichten aus Afghanistan nehmen derweil kein Ende, was  die Bundesregierung jedoch nicht anficht: Erst am vergangenen Montag etwa kam es in der ostafghanischen Stadt Ghasni zu einer Attacke der Taliban, bei der mehr als 100 Zivilisten verletzt oder getötet wurden.
Maxstraße
Universität

Die Augsburger Zivilgesellschaft zeigt gleichwohl, dass sie diese ressentimentgetriebene und hetzerische Ausgrenzungspolitik der CSU nicht zu akzeptieren bereit ist. Nachdem unlängst ein Resolutionsentwurf des Flüchtlingsrates gegen Abschiebungen nach Afghanistan von der CSU im Stadtrat auf schändliche Weise ausmanövriert worden ist, rufen wir es nun umso lauter in die Welt:

Afghanistan ist NICHT sicher!
Stoppt die Abschiebungen nach Afghanistan!

Plärrer

Erneut haben sich zahlreiche Menschen an der Banneraktion gegen Abschiebungen nach Afghanistan beteiligt. Quer durch die Stadt war infolgedessen zu sehen, dass die CSU mit harter Hand ein weiteres Mal an den Bürger*innen vorbei regiert.

Antonsviertel

Innenstadt

Innenstadt

Spickel

Domviertel

Oberhausen

Innenstadt

Innenstadt

Textilviertel
Innenstadt











Mittwoch, 8. August 2018

Augsburg wird Hafenstadt! Pressemitteilung zum Friedensfest am 8.8.2018


Augsburg wird Hafenstadt

Pressemitteilung des Augsburger Flüchtlingsrates zum Friedensfest am 8.8.2018


Was wäre wenn?

Im Rahmen einer beeindruckenden Aktion des Augsburger Flüchtlingsrats mit Augsburg Postkolonial – Decolonize Yourself!, bluespots productions, dem Grandhotel Cosmopolis, ResQship und Seebrücke Augsburg ein weithin sichtbares Zeichen für Solidarität mit Geflüchteten und für eine gerechte Stadt in die Welt gesendet. Im Anschluss an einen berührenden und politisch aufrüttelnden Redebeitrag des derzeit auf Malta angeklagten Lifeline-Kapitäns Claus-Peter Reisch (Landsberg) schickten die Gäste der Augsburg Friedenstafel 300 Ballons mit der Aufschrift „Augsburg wird sicherer Hafen“ in den blauen Himmel. An den orangen Ballons hing ein zuvor verlesenes Manifest, das das Motto des diesjährigen Friedensfestes aufgriff und mit Blick auf die Tragödie im Mittelmeer fragt Was wäre, wenn…?

Was wäre, wenn Augsburg ein sicherer Hafen wird und Geflüchtete aus dem Mittelmeer aufnimmt?
Was wäre, wenn Augsburg eine Leuchtturmstadt für gelebte Utopien wird?
Was wäre, wenn der Frieden unser Süden und die Solidarität unser Kompass wird?
Was wäre, wenn Menschen nicht nur stranden, sondern auch ankommen und wir gemeinsam eine offene Gesellschaft gestalten?
Was wäre, wenn wir unsere Friedensübungen statt auf dem Trockenen in der Realität durchführen?
Was wäre, wenn wir eine sichtbare Leuchtkanone in den verfinsterten Himmel der Menschenwürde schießen?

Hafenstadt Augsburg!

An den EU-Außengrenzen sind seit dem Jahr 2000 mindestens 35.000 Menschen gestorben, allein in diesem Jahr ertranken 1500 im Mittelmeer.  Die Dunkelziffer dürfte noch weit höher liegen. Davor kann und darf die Friedensstadt Augsburg nicht mehr die Augen verschließen.

  • Wir fordern daher: Augsburg soll sichere Hafenstadt werden!
  •          Stoppt die Hafenblockade für Seenotrettungsschiffe in Italien, Malta und überall!
  •          Lasst alle laufenden Anklagen und rechtlichen Verfahren gegen Seenotretter*innen fallen!
  •        Gewährt allen Asyl, die in ihren Heimatländern verfolgt werden oder unter Krieg, Not und Perspektivlosigkeit leiden!
  •           Stoppt die Abschiebungen von Geflüchteten!
  •           Keine Anker-Zentren, keine Lager, nirgendwo!
  •       Schafft solidarische Städte. Alle Menschen in solidarischen Städten sollen ein Recht auf Teilhabe, Bildung, Arbeit, menschenwürdige Versorgung und Bleiberecht haben!

Augsburg soll sich der Initiative von Bonn, Köln, Düsseldorf, Solingen, Potsdam und Regensburg anschließen und verbunden mit einem bedingungslosen Bekenntnis zur Seenotrettung ihre Bereitschaft zur direkten und unbürokratischen Aufnahme aus Seenot geretteter Flüchtlinge erklären.


Lifeline-Kapitän Claus-Peter Reisch



Ballonaktion

Fotos zur Verfügung gestellt von: www.forumaugsburg.de CC BY 3.0