Sonntag, 9. September 2018

Pressemitteilung zum Bayernweiter Aktionstag gegen ANKER-Zentren und der Protestperformance in Augsburg


Bayernweiter Aktionstag gegen ANKER – Zentren:
Augsburger Flüchtlingsrat eröffnet erstes ANKER – Zentrum am Rathausplatz
und fordert: Sofortige Abschaffung der Massenlager für Geflüchtete in Bayern 
 

Zum 1. August 2018 benannte die bayerische Staatsregierung alle bestehenden Erstaufnahmeeinrichtungen und Transitzentren in ANKER – Zentren um. Unter dem Deckmantel der scheinbaren Beschleunigung von Asylverfahren werden Geflüchtete, die aus Krieg und Perspektivlosigkeit in Deutschland Schutz gefunden haben, kaserniert und isoliert.
Laut der bayerischen Landesregierung sollen sich Geflüchtete nur kurz in den Lagern aufhalten. Die Realität spricht eine andere Sprache: In vielen Fällen verlassen Geflüchtete die Lager erst nach mehreren Monaten oder Jahren.

Die Situationen in den Lagern sind inhuman.
Die übertrieben hohe Präsenz von Sicherheitskräften rund um die Uhr, die Eingangskontrollen beim Verlassen und Betreten der Lager sowie regelmäßige Zimmerdurchsuchungen durch Security-Mitarbeiter*innen lassen keine Privatsphäre zu. Die Zimmer können nicht abgeschlossen werden und die Einnahme von Essen ist ausschließlich zu den Öffnungszeiten der Kantine möglich. Betroffene berichten, sie fühlen sich aufgrund der Überwachung und Kontrolle wie in einem Gefängnis.
Kindern wird der Besuch einer Regelschule untersagt. Es wird ein zeitlich reduzierter, rudimentärer Pseudo-Unterricht angeboten, der in keiner Weise mit dem Unterricht einer Regelschule zu vergleichen ist.
Viele Menschen in den Abschiebelagern sind schwer krank oder traumatisiert und bedürfen einer umfangreichen ärztlichen Versorgung. In den Zentren gibt es eigene, wenige Ärzte, die für die Geflüchteten zuständig sind. Diese können jedoch nur eine minimale medizinische Versorgung gewährleisten.

Die Ziele dieser Massenlager sind ausschließlich Abschottung, Ausgrenzung und Abschiebung. Teilhabe und Integration sind nicht erwünscht.
Nicht nur in Augsburg fanden am heutigen Samstag Protestaktionen gegen die ANKER-Zentren statt, auch Bamberg und Regensburg riefen zu Demonstrationen und Kundgebungen auf.
Inmitten des belebten Rathausplatzes entsteht mit Bauelementen und Paletten ein geschlossener Raum – ein ANKER – Zentrum. Menschen werden gegen ihren Willen gezwungen das Lager zu betreten. Zu Hilfe kommende Ehrenamtliche und Anwälte werden von den Sicherheitskräften am Eintreten gehindert. Es ist laut und hektisch. Der Lageralltag wird über Tonaufnahmen eingespielt – die Zustände sind prekär und inhuman. Was heute unter dem sicheren Mantel der Fiktion dargestellt wurde, ist traurige Realität. Eine Realität, die wir nicht länger hinnehmen wollen und werden.

Politik und Gesellschaft müssen sich wieder erkennbar an sozialen, humanistischen und demokratischen Grundwerten wie der Wahrung der Menschen- und Grundrechte sowie gesellschaftlicher Solidarität orientieren. Daher fordert der Augsburger Flüchtlingsrat die sofortige Schließung der ANKER-Zentren sowie ein und gerechtes, individuelles Asylverfahren und eine menschenwürdige Behandlung für alle Geflüchteten, egal woher sie kommen.



Donnerstag, 23. August 2018

EUROPEAN PROTESTS — BUILD BRIDGES, NOT WALLS! 25.08.2018, München

EUROPEAN PROTESTS — BUILD BRIDGES, NOT WALLS!

Kommt zum Auftakt der europaweiten Protestwoche für Brücken und gegen Mauern – am
Samstag dem 25.08.2018 um 14:00 zur Großdemonstration zum Europaplatz in München.
Seenotrettung ist nicht verhandelbar – unterlassene Hilfe strafbar!

*** Treffpunkt Augsburg Hauptbahnhof***

Sa. 25.8 um 12:20 Uhr bei den Fahrkartenautomaten in der linken Eingangshalle, der Zug fährt dann um 12.36.
Kommt zahlreich!

https://seebruecke-muenchen.de/

Mittwoch, 15. August 2018

Augsburg zeigt Flagge! Gegen Abschiebungen nach Afghanistan und irgendwohin.

Hochfeld
Die  gnadenlose und unmenschliche Abschiebehysterie der Bundesregierung und insbesondere Bayerns kennt kein Halten. Am 14.08.2018 startete erneut ein Abschiebeflieger aus München in Richtung Kabul. An Bord waren nach bisheriger Kenntnis 46 Menschen, die von Innenminister Seehofer in ein von Bürgerkrieg, Terror und Perspektivlosigkeit gezeichnetes Land geschickt wurden. Die Auswahl der Betroffenen erfolgt mittlerweile völlig willkürlich, es werden  Menschen aus ihren Ausbildungen und sozialen Beziehungsgeflechten gerissen. Diese Willkür zeigt sich nicht zuletzt in dem vermeintlich "sanfteren Kurs" des bayerischen Ministerpräsidenten Söders, der die überraschende Erteilung einer Duldung für den Bayreuther Danial M. als landesväterlichen Akt der Großherzigkeit zu inszenieren versucht. Die schlechten Nachrichten aus Afghanistan nehmen derweil kein Ende, was  die Bundesregierung jedoch nicht anficht: Erst am vergangenen Montag etwa kam es in der ostafghanischen Stadt Ghasni zu einer Attacke der Taliban, bei der mehr als 100 Zivilisten verletzt oder getötet wurden.
Maxstraße
Universität

Die Augsburger Zivilgesellschaft zeigt gleichwohl, dass sie diese ressentimentgetriebene und hetzerische Ausgrenzungspolitik der CSU nicht zu akzeptieren bereit ist. Nachdem unlängst ein Resolutionsentwurf des Flüchtlingsrates gegen Abschiebungen nach Afghanistan von der CSU im Stadtrat auf schändliche Weise ausmanövriert worden ist, rufen wir es nun umso lauter in die Welt:

Afghanistan ist NICHT sicher!
Stoppt die Abschiebungen nach Afghanistan!

Plärrer

Erneut haben sich zahlreiche Menschen an der Banneraktion gegen Abschiebungen nach Afghanistan beteiligt. Quer durch die Stadt war infolgedessen zu sehen, dass die CSU mit harter Hand ein weiteres Mal an den Bürger*innen vorbei regiert.

Antonsviertel

Innenstadt

Innenstadt

Spickel

Domviertel

Oberhausen

Innenstadt

Innenstadt

Textilviertel
Innenstadt











Mittwoch, 8. August 2018

Augsburg wird Hafenstadt! Pressemitteilung zum Friedensfest am 8.8.2018


Augsburg wird Hafenstadt

Pressemitteilung des Augsburger Flüchtlingsrates zum Friedensfest am 8.8.2018


Was wäre wenn?

Im Rahmen einer beeindruckenden Aktion des Augsburger Flüchtlingsrats mit Augsburg Postkolonial – Decolonize Yourself!, bluespots productions, dem Grandhotel Cosmopolis, ResQship und Seebrücke Augsburg ein weithin sichtbares Zeichen für Solidarität mit Geflüchteten und für eine gerechte Stadt in die Welt gesendet. Im Anschluss an einen berührenden und politisch aufrüttelnden Redebeitrag des derzeit auf Malta angeklagten Lifeline-Kapitäns Claus-Peter Reisch (Landsberg) schickten die Gäste der Augsburg Friedenstafel 300 Ballons mit der Aufschrift „Augsburg wird sicherer Hafen“ in den blauen Himmel. An den orangen Ballons hing ein zuvor verlesenes Manifest, das das Motto des diesjährigen Friedensfestes aufgriff und mit Blick auf die Tragödie im Mittelmeer fragt Was wäre, wenn…?

Was wäre, wenn Augsburg ein sicherer Hafen wird und Geflüchtete aus dem Mittelmeer aufnimmt?
Was wäre, wenn Augsburg eine Leuchtturmstadt für gelebte Utopien wird?
Was wäre, wenn der Frieden unser Süden und die Solidarität unser Kompass wird?
Was wäre, wenn Menschen nicht nur stranden, sondern auch ankommen und wir gemeinsam eine offene Gesellschaft gestalten?
Was wäre, wenn wir unsere Friedensübungen statt auf dem Trockenen in der Realität durchführen?
Was wäre, wenn wir eine sichtbare Leuchtkanone in den verfinsterten Himmel der Menschenwürde schießen?

Hafenstadt Augsburg!

An den EU-Außengrenzen sind seit dem Jahr 2000 mindestens 35.000 Menschen gestorben, allein in diesem Jahr ertranken 1500 im Mittelmeer.  Die Dunkelziffer dürfte noch weit höher liegen. Davor kann und darf die Friedensstadt Augsburg nicht mehr die Augen verschließen.

  • Wir fordern daher: Augsburg soll sichere Hafenstadt werden!
  •          Stoppt die Hafenblockade für Seenotrettungsschiffe in Italien, Malta und überall!
  •          Lasst alle laufenden Anklagen und rechtlichen Verfahren gegen Seenotretter*innen fallen!
  •        Gewährt allen Asyl, die in ihren Heimatländern verfolgt werden oder unter Krieg, Not und Perspektivlosigkeit leiden!
  •           Stoppt die Abschiebungen von Geflüchteten!
  •           Keine Anker-Zentren, keine Lager, nirgendwo!
  •       Schafft solidarische Städte. Alle Menschen in solidarischen Städten sollen ein Recht auf Teilhabe, Bildung, Arbeit, menschenwürdige Versorgung und Bleiberecht haben!

Augsburg soll sich der Initiative von Bonn, Köln, Düsseldorf, Solingen, Potsdam und Regensburg anschließen und verbunden mit einem bedingungslosen Bekenntnis zur Seenotrettung ihre Bereitschaft zur direkten und unbürokratischen Aufnahme aus Seenot geretteter Flüchtlinge erklären.


Lifeline-Kapitän Claus-Peter Reisch



Ballonaktion

Fotos zur Verfügung gestellt von: www.forumaugsburg.de CC BY 3.0