Dienstag, 4. Dezember 2018

Said Fardnour bleibt! --- FlüRa startet Petition

Liebe Freund*innen von FlüRa, liebe Presevertreter*innen,

vor kurzem haben wir bereits über das Schicksal von Said Fardnour berichtet. Als zum Christentum Konvertierten droht ihm im Falle einer Abschiebung in sein Herkunftsland Iran die Todesstrafe. Den deutschen Behörden ist dies bisher offensichtlich gleichgültig und so sitzt Said Fardnour nun schon seit geraumer Zeit im Abschiebeknast in Eichstätt ein.

Die Behörden begründen die Abschiebeanordnung damit, dass Herr Fardnour seine „innere Überzeugung“ nicht glaubhaft darlegen könne. Die Tatsache, dass Said Fardnour sich angesichts eines ersten Abschiebeversuchs aus Verzweiflung so stark selbst verletzte, dass die Abschiebung abgebrochen werden musst, ließ die Behörden ebenfalls nicht einlenken.

Die Behörden spielen hier mit dem Leben eines Konvertiten, weil sie dessen christliche Überzeugung nicht erkennen können, die im Akt der Taufe allerdings kirchlich bestätigt ist. Wir fordern daher die Abschiebung des Iraners christlichen Glaubens in den Iran einzustellen und ihn sofort aus der Abschiebehaft zu entlassen, damit er seine Verlobte heiraten kann.

Um unserer Forderung Nachdruck zu verleihen, haben wir eine Petition initiiert, um deren Verbreitung und Unterzeichnung wir herzlichen bitten:


Herzlichen Dank und viele Grüße

FlüRa




Offener Brief an Ministerpräsident Söder bzgl. des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes

Anlässlich des geplanten Fachkräfteeinwanderungsgesetzes hat der Augsburger Flüchtlingsrat gemeinsam mit den städtischen Flüchtlingsräten aus Würzburg und München heute einen Offenen Brief an Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder geschickt. Der Wortlaut kann hier nachgelesen und heruntergeladen werden.





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Sehr geehrter Herr Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder;

Die Flüchtlingsräte in Bayern und andere Organisatoren setzten sich seit Jahren für eine nachhaltige Arbeitsmarktintegration von geflüchteten Menschen ein. Aktuell werden im Rahmen des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes (FKEG) auch Aspekte der inländischen Fachkräftesicherung  diskutiert. Dazu gehören insbesondere auch asylsuchende und geduldete Menschen. 

Im Kern sieht das FKEG Neuregelungen zur Ausbildungsduldung (§ 60b AufenthG), eine Ausweitung von  Arbeitsverboten (§ 60a Abs. 6 AufenthG) sowie die Einführung einer Beschäftigungsduldung (§ 60c AufenthG) vor.

Wir sind in großer Sorge, dass die im Referentenentwurf der Bundesregierung vom 26.11.2018 vorgeschlagenen rechtlichen Regelungen alle Bemühungen, Rechts-sicherheit für geduldete Ausländer/innen herzustellen, in ihr Gegenteil verkehren. Gleichermaßen wird der Ausreisedruck auf diese Menschen erhöht und der Arbeitsmarkt für diesen Personenkreis zumindest mittelfristig versperrt. Die Einführung einer Beschäftigungsduldung ist eher eine Nebelkerze. Die sehr kleine Zahl von Menschen, die sie in Anspruch nehmen können, hat bereits mit bestehenden rechtlichen Möglichkeiten eine Aufenthaltsperspektive.

Mit der erstmaligen Einführung eines Einwanderungsrechts, bei der auch die  inländische Fachkräftesicherung eine wichtige Rolle spielt, muss der Staat bereit sein, auf restriktive Maßnahmen gegenüber Menschen, die bereits in Deutschland leben, zu verzichten und eine rechtlich Aufenthaltssicherung zu anzubieten. Das ist nicht nur im Kontext einer zielführenden Fachkräftesicherung unabdingbar, sondern Gebot einer der Humanität verpflichteten Politik. [...]

Der gesamte Text kann hier heruntergeladen werden.

Mittwoch, 21. November 2018

Abschiebung trotz drohender Todesstrafe - Said Fardnour soll in den Iran abgeschoben werden


Pressemitteilung des Augsburger Flüchtlingsrats am 21.11.2018

Abschiebung trotz drohender Todesstrafe: der Christ Said Fardnour soll aus der Abschiebehaft in den Iran abgeschoben werden.

Die Bundesrepublik Deutschland will Said Fardnour aus der Abschiebehaft in Eichstätt in den Iran abschieben, trotz der Tatsache, dass ihm dort die Todesstrafe, aufgrund seiner Konversion zum Christentum, droht.
Said Fardnour ist 2015 aus dem Iran nach Deutschland geflohen und ließ sich, weil er den christlichen Glauben bereits im Iran praktizierte, in der St. Michael Kirche in Weiden durch den Dekan Dr. Wenrich Slenczka taufen. Dieser untrügliche Nachweis der Glaubenszugehörigkeit reicht dem Bundesamt jedoch nicht aus. Die Behörden begründen die Abschiebeanordnung damit, dass Herr Fardnour seine „innere Überzeugung“ nicht glaubhaft darlegen könne. 
Darüber hinaus steht die Hochzeit mit seiner Verlobten, einer in Deutschland lebenden EU -Bürgerin, kurz bevor, nachdem das Paar zwei Jahre lang versuchte die Eheschließung beim Standesamt zu vollziehen. Das scheiterte bislang immer wieder an geforderten Dokumenten, die das Paar nicht beschaffen konnte. Die Abgabe eines iranischen Nationalpasses, der nach den jahrelangen Mühen den Behörden zum Zweck der Eheschließung überlassen werden konnte, führte schließlich zu seiner Verhaftung während eines Termins am Standesamt.
Die Bemühungen seines Anwalts, die Haft zu verhindern, blieben bislang erfolglos. Es ist davon auszugehen, dass Herr Said Fardnour zeitnah abgeschoben und somit der Gefahr einer Todesstrafe ausgesetzt wird
Die Behörden spielen hier mit dem Leben eines Konvertiten, weil sie dessen christliche Überzeugung nicht erkennen können, die im Akt der Taufe allerdings kirchlich bestätigt ist. Sie spielen zudem mit dem Leben eines Paares, dass sich in der Hoffnung, heiraten zu dürfen, den Behörden anvertraute und letztlich vor dem Nichts steht.
Wir fordern daher die Abschiebung des Iraners christlichen Glaubens in den Iran einzustellen und ihn sofort aus der Abschiebehaft zu entlassen.   

Presseanfragen richten Sie bitte an: fluechtlingsrataugsburg@gmail.com

Sonntag, 18. November 2018

FlüRa lädt ein: “Eldorado – Europa” Ein Theaterstück von Riadh Ben Ammar

Theaterstück “Eldorado – Europa”
 
Ein-Personen-Theaterstück von Riadh Ben Ammar,
Musikalischer Einstieg mit „Emrah Sin Ceyran“
 
7. Dezember
19:30 Grandhotel Cosmopolis




Theater "Eldorado Europa"
Nach langem Hoffen und Bangen hat Sami sein Ziel erreicht: Europa. Dort trifft er jedoch auf eine völlig andere Realität als erwartet. Nach der Flucht aus einer erstarrten Gesellschaft Nordafrikas ist sein Alltag wieder von endlosem Warten und Perspektivlosigkeit geprägt, von Kriminalisierung und Rassismus. In seinem Stück „Eldorado – Europa“ beschreibt Riadh Ben Ammar auf fesselnde Weise, wie sich die europäische Migrationspolitik auf das Leben junger Nordafrikaner in ihren Herkunftsländern und Europa auswirkt.
Im Anschluss findet ein Publikumsgespräch mit dem Künstler und dem Augsburger Flüchtlingsrat statt.
Riadh Ben Ammar ist Künstler und politischer Aktivist bei Afrique-Europe-Interact.



Für den Musikalischen Einstieg in den Abend sorgt „Emrah Sin Ceyran“
Auf der Beglama oder klassischer Gitarre spielt Emrah Sin Ceyran gesellschaftskritische Lieder. In türkischer und kurdischer Sprache singt er eindrücklich von dem Leben ethnischer Minderheiten in der Türkei. Rhythmisch und nachdenklich zeichnet er so mit seinen Klängen ein Bild für eine grenzenlose Bewegungsfreiheit.
Emrah Şin Ceyran ist Musiker und musste aufgrund seiner Kunst sowie seiner kurdischen Zugehörigkeit aus der Türkei fliehen.