Samstag, 22. September 2018

"Samia läuft" im Jungen Theater - und FlüRa ist dabei **30.09.2018 -- 18.00**

Der Augsburger Flüchtlingsrat ist am 30.9. im Jungen Theater Augsburg zu einer Diskussion im Anschluss an die Vorführung des Jugendstücks "Samia läuft" eingeladen.
Wir freuen uns über zahlreiches Erscheinen! Und werden keine Wahlempfehlungen abgeben!


Hier die Infos des JTA:      

Erzählt wird die wahre Geschichte der jungen Somalierin Samia Yusuf Omar, nach dem Buch von Giuseppe Catozzella. Samia wollte unbedingt professionelle Läuferin werden, trotz aller Hindernisse, die sich ihr in Somalia in den 2000er-Jahren in den Weg stellten. Ihre Geschichte endet mit ihrer missglückten Flucht im Mittelmeer 2012.

Mehr Infos hier:  

www.jt-augsburg.de/samialaeuft    
Wir freuen uns, dass es im Anschluss an die Aufführung am
  • Sonntag, 30.09. um 18 Uhr
die Gelegenheit gibt, mit Somalierinnen und Mitgliedern des Augsburger Flüchtlingsrats ins Gespräch zu kommen. Getränke und ein kleiner somalischer Imbiss stehen gegen Spenden bereit.

Wir freuen uns auf Ihren/Euren Besuch und bitten wegen begrenzter Platzzahl dringend um Reservierung. Kartenpreise: 10 €, erm. 8 €, Schülergruppen ab 30 Personen 6,50€.          


 Refugees welcome!


Freitag, 21. September 2018

Pressemitteilung von Seebrücke Augsburg zu "Klavierklänge für die Seenotrettung" -- 15.09.2018

Vergangenen Samstag haben wir gemeinsam mit unserenb Freund*innen von Seebrücke Augsburg und Amnesty International Augsburg zur Veranstaltung Klavierklänge für die Seenotrettung: Augsburg soll sicherer Hafen werden geladen.

Lest hier die Pressemitteilung von Seebrücke Augsburg:

Klavierklänge für die Seenotrettung: Augsburg soll sicherer Hafen werden
 
Am Samstag, den 15. September, kamen 350 Menschen zu einer Kundgebung der
ganz besonderen Art: Aeham Ahmad, der bekannte „Pianist aus den Trümmern“
spielte ein Konzert auf einem Klavier, welches in einem Flüchtlingsboot aus dem
Mittelmeer stand. Dazu gab es eine Lesung aus seinem Buch „Und die Vögel
werden singen“. Um das Boot standen 1.600 Papierboote, stellvertretend für die im
Mittelmeer allein dieses Jahr ertrunkenen Menschen. Mit seiner eindrücklichen
Musik und seinem klaren Appell für die Seenotrettung setzte Ahmad, der selbst
übers Mittelmeer geflohen ist, ein beeindruckendes Zeichen und unterstützte so denim Stadtrat vorliegenden Antrag „Augsburg muss ein sicherer Hafen werden“.
Aufgerufen zu der Kundgebung hatte die Seebrücke Augsburg. Dieses Zeichen könnte nicht dringender sein: Die Seenotrettung im zentralen Mittelmeer ist auf ein unverantwortliches Minimum reduziert worden. Die Todeszahlen sind erschreckend, mehr als 1.600 Menschen sind dieses Jahr ertrunken, die Dunkelziffer ist weit höher.


Augsburg muss sicherer Hafen werden
Seitdem Italien keine Schiffe mit geretteten Flüchtlingen mehr anlegen lässt, bis sich
andere Staaten zur Aufnahme von Geflüchteten bereit erklären, ist die Seenotrettung so
gut wie zum Erliegen gekommen. Um das Sterben im Mittelmeer zu verhindern, bedarf es
einer europäischen Lösung und mehr Seenotrettung statt einer Kriminalisierung dieser.
Dabei ist auch die Zivilgesellschaft gefordert. Die Städte Bonn, Düsseldorf und Köln haben
sich als parteiübergreifende Initiative schon als sichere Hafenstädte erklärt und ihre
Bereitschaft verkündet, Geflüchtete aus dem Mittelmeer aufzunehmen. Diesem Beispiel
folgten Potsdam, Regensburg, Solingen, Osnabrück und Bielefeld. Auch im Augsburger
Stadtrat liegt ein Antrag vor, die Friedensstadt zum sicheren Hafen zu machen.
Im Rahmen der Kundgebung wurde zudem dem Stadtrat ein offener Brief überreicht, den
zahlreiche, teils prominente Unterstützer*innen unterzeichnet hatten. Die Forderung an
den Stadtrat darin lautet: „Machen Sie Augsburg zu einem sicheren Hafen!“

Plädoyer für grundlegende Menschenrechte
Die Kundgebung der Seebrücke Augsburg fand in Zusammenarbeit mit Amnesty
International Augsburg, dem Augsburger Flüchtlingsrat, Augsburg Postkolonial, dem
Grandhotel Cosmopolis und dem zivilen Seenotrettungsverein ResQship statt. Friedrich
Reich von ResQship berichtete ergreifend von seinen Erlebnissen auf dem Mittelmeer. Ein
anderer zentraler Punkt der Reden war die Brisanz der Thematik: „Bei der Seenotrettung
und beim Asylrecht geht es nicht irgendwelche Dinge, die wir Menschen einfach so
zusprechen oder auch verwehren können. Es geht um das fundamentale Recht auf Leben
und auf Asyl. „Das Recht, Rechte zu haben“ ist das grundlegendste aller Menschenrechte.
Hüten wir uns davor, diese Menschenrechte selektiv anhand von Herkunft oder Hautfarbe
zu vergeben. Denn damit beschädigen wir in erster Linie unsere Menschlichkeit“, sagte
Seraja Bock von der Seebrücke Augsburg.

Der Pianist aus den Trümmern
Sehr eindrücklich war das Statement des syrisch-palästinensischen Pianisten Aeham
Ahmad zur Seenotrettung. Bekannt geworden ist er als der „Pianist aus den Trümmern“ –
sein Bild mit dem Klavier inmitten eines zerbombten syrischen Flüchtlingslagers ging um
die Welt. Als die Lage in Syrien immer schlimmer wurde, hatte er sein Klavier auf die
Straße geschoben, um gegen den Hunger und die Verzweiflung zu spielen. Doch der IS
verbrannte sein Klavier und Ahmad musste 2015 aus Syrien fliehen. Auch er kam mit dem
Schlauchboot übers Mittelmeer und will den Menschen, die die in Not sind, eine Stimme
geben.

Offener Brief an den Stadtrat
Nach dem Friedensfest, auf dem der Lifeline-Kapitän Claus-Peter Reisch einen
eindrucksvollen Auftritt hatte, schloss sich die SPD der Forderung der Seebrücke an und
beantragte im Stadtrat, dass Augsburg ein sicherer Hafen werden solle.
Der offene Brief an den Stadtrat, den die Seebrücke Augsburg am Ende der Kundgebung
den anwesenden Stadträten überreichte, greift diese Forderung auf. Unterzeichnet worden
war der Brief von über 40 bekannten regionalen und teils auch überregionalen
Vertreter*innen aus Kultur, Religion, Politik und Wirtschaft sowie von verschiedenen
Organisationen. Die Seebrücke hatte alle Stadträte zur Kundgebung und anschließenden
informellen Gesprächen eingeladen. Die CSU-Fraktion blieb jedoch geschlossen der
Veranstaltung fern. Der Austausch mit Vertreter*innen von SPD, Bündnis 90 die Grünen
und Polit-WG verlief sehr gewinnbringend und machte allen deutlich: Der Stadtrat muss
handeln und Augsburg zum sicheren Hafen machen.

Seenotrettung ist nicht verhandelbar
Für die Menschen, die am Samstag auf die Straße gingen und ihre Solidarität zeigten und
für alle, die sich momentan europaweit für die Seebrücke einsetzen, ist klar: Das Sterben
im Mittelmeer muss aufhören. Menschen aus Seenot zu retten ist niemals ein Verbrechen
und Seenotrettung ist deshalb nicht verhandelbar.



Sonntag, 9. September 2018

Pressemitteilung zum Bayernweiter Aktionstag gegen ANKER-Zentren und der Protestperformance in Augsburg


Bayernweiter Aktionstag gegen ANKER – Zentren:
Augsburger Flüchtlingsrat eröffnet erstes ANKER – Zentrum am Rathausplatz
und fordert: Sofortige Abschaffung der Massenlager für Geflüchtete in Bayern 
 

Zum 1. August 2018 benannte die bayerische Staatsregierung alle bestehenden Erstaufnahmeeinrichtungen und Transitzentren in ANKER – Zentren um. Unter dem Deckmantel der scheinbaren Beschleunigung von Asylverfahren werden Geflüchtete, die aus Krieg und Perspektivlosigkeit in Deutschland Schutz gefunden haben, kaserniert und isoliert.
Laut der bayerischen Landesregierung sollen sich Geflüchtete nur kurz in den Lagern aufhalten. Die Realität spricht eine andere Sprache: In vielen Fällen verlassen Geflüchtete die Lager erst nach mehreren Monaten oder Jahren.

Die Situationen in den Lagern sind inhuman.
Die übertrieben hohe Präsenz von Sicherheitskräften rund um die Uhr, die Eingangskontrollen beim Verlassen und Betreten der Lager sowie regelmäßige Zimmerdurchsuchungen durch Security-Mitarbeiter*innen lassen keine Privatsphäre zu. Die Zimmer können nicht abgeschlossen werden und die Einnahme von Essen ist ausschließlich zu den Öffnungszeiten der Kantine möglich. Betroffene berichten, sie fühlen sich aufgrund der Überwachung und Kontrolle wie in einem Gefängnis.
Kindern wird der Besuch einer Regelschule untersagt. Es wird ein zeitlich reduzierter, rudimentärer Pseudo-Unterricht angeboten, der in keiner Weise mit dem Unterricht einer Regelschule zu vergleichen ist.
Viele Menschen in den Abschiebelagern sind schwer krank oder traumatisiert und bedürfen einer umfangreichen ärztlichen Versorgung. In den Zentren gibt es eigene, wenige Ärzte, die für die Geflüchteten zuständig sind. Diese können jedoch nur eine minimale medizinische Versorgung gewährleisten.

Die Ziele dieser Massenlager sind ausschließlich Abschottung, Ausgrenzung und Abschiebung. Teilhabe und Integration sind nicht erwünscht.
Nicht nur in Augsburg fanden am heutigen Samstag Protestaktionen gegen die ANKER-Zentren statt, auch Bamberg und Regensburg riefen zu Demonstrationen und Kundgebungen auf.
Inmitten des belebten Rathausplatzes entsteht mit Bauelementen und Paletten ein geschlossener Raum – ein ANKER – Zentrum. Menschen werden gegen ihren Willen gezwungen das Lager zu betreten. Zu Hilfe kommende Ehrenamtliche und Anwälte werden von den Sicherheitskräften am Eintreten gehindert. Es ist laut und hektisch. Der Lageralltag wird über Tonaufnahmen eingespielt – die Zustände sind prekär und inhuman. Was heute unter dem sicheren Mantel der Fiktion dargestellt wurde, ist traurige Realität. Eine Realität, die wir nicht länger hinnehmen wollen und werden.

Politik und Gesellschaft müssen sich wieder erkennbar an sozialen, humanistischen und demokratischen Grundwerten wie der Wahrung der Menschen- und Grundrechte sowie gesellschaftlicher Solidarität orientieren. Daher fordert der Augsburger Flüchtlingsrat die sofortige Schließung der ANKER-Zentren sowie ein und gerechtes, individuelles Asylverfahren und eine menschenwürdige Behandlung für alle Geflüchteten, egal woher sie kommen.



Donnerstag, 23. August 2018

EUROPEAN PROTESTS — BUILD BRIDGES, NOT WALLS! 25.08.2018, München

EUROPEAN PROTESTS — BUILD BRIDGES, NOT WALLS!

Kommt zum Auftakt der europaweiten Protestwoche für Brücken und gegen Mauern – am
Samstag dem 25.08.2018 um 14:00 zur Großdemonstration zum Europaplatz in München.
Seenotrettung ist nicht verhandelbar – unterlassene Hilfe strafbar!

*** Treffpunkt Augsburg Hauptbahnhof***

Sa. 25.8 um 12:20 Uhr bei den Fahrkartenautomaten in der linken Eingangshalle, der Zug fährt dann um 12.36.
Kommt zahlreich!

https://seebruecke-muenchen.de/

Mittwoch, 15. August 2018

Augsburg zeigt Flagge! Gegen Abschiebungen nach Afghanistan und irgendwohin.

Hochfeld
Die  gnadenlose und unmenschliche Abschiebehysterie der Bundesregierung und insbesondere Bayerns kennt kein Halten. Am 14.08.2018 startete erneut ein Abschiebeflieger aus München in Richtung Kabul. An Bord waren nach bisheriger Kenntnis 46 Menschen, die von Innenminister Seehofer in ein von Bürgerkrieg, Terror und Perspektivlosigkeit gezeichnetes Land geschickt wurden. Die Auswahl der Betroffenen erfolgt mittlerweile völlig willkürlich, es werden  Menschen aus ihren Ausbildungen und sozialen Beziehungsgeflechten gerissen. Diese Willkür zeigt sich nicht zuletzt in dem vermeintlich "sanfteren Kurs" des bayerischen Ministerpräsidenten Söders, der die überraschende Erteilung einer Duldung für den Bayreuther Danial M. als landesväterlichen Akt der Großherzigkeit zu inszenieren versucht. Die schlechten Nachrichten aus Afghanistan nehmen derweil kein Ende, was  die Bundesregierung jedoch nicht anficht: Erst am vergangenen Montag etwa kam es in der ostafghanischen Stadt Ghasni zu einer Attacke der Taliban, bei der mehr als 100 Zivilisten verletzt oder getötet wurden.
Maxstraße
Universität

Die Augsburger Zivilgesellschaft zeigt gleichwohl, dass sie diese ressentimentgetriebene und hetzerische Ausgrenzungspolitik der CSU nicht zu akzeptieren bereit ist. Nachdem unlängst ein Resolutionsentwurf des Flüchtlingsrates gegen Abschiebungen nach Afghanistan von der CSU im Stadtrat auf schändliche Weise ausmanövriert worden ist, rufen wir es nun umso lauter in die Welt:

Afghanistan ist NICHT sicher!
Stoppt die Abschiebungen nach Afghanistan!

Plärrer

Erneut haben sich zahlreiche Menschen an der Banneraktion gegen Abschiebungen nach Afghanistan beteiligt. Quer durch die Stadt war infolgedessen zu sehen, dass die CSU mit harter Hand ein weiteres Mal an den Bürger*innen vorbei regiert.

Antonsviertel

Innenstadt

Innenstadt

Spickel

Domviertel

Oberhausen

Innenstadt

Innenstadt

Textilviertel
Innenstadt











Mittwoch, 8. August 2018

Augsburg wird Hafenstadt! Pressemitteilung zum Friedensfest am 8.8.2018


Augsburg wird Hafenstadt

Pressemitteilung des Augsburger Flüchtlingsrates zum Friedensfest am 8.8.2018


Was wäre wenn?

Im Rahmen einer beeindruckenden Aktion des Augsburger Flüchtlingsrats mit Augsburg Postkolonial – Decolonize Yourself!, bluespots productions, dem Grandhotel Cosmopolis, ResQship und Seebrücke Augsburg ein weithin sichtbares Zeichen für Solidarität mit Geflüchteten und für eine gerechte Stadt in die Welt gesendet. Im Anschluss an einen berührenden und politisch aufrüttelnden Redebeitrag des derzeit auf Malta angeklagten Lifeline-Kapitäns Claus-Peter Reisch (Landsberg) schickten die Gäste der Augsburg Friedenstafel 300 Ballons mit der Aufschrift „Augsburg wird sicherer Hafen“ in den blauen Himmel. An den orangen Ballons hing ein zuvor verlesenes Manifest, das das Motto des diesjährigen Friedensfestes aufgriff und mit Blick auf die Tragödie im Mittelmeer fragt Was wäre, wenn…?

Was wäre, wenn Augsburg ein sicherer Hafen wird und Geflüchtete aus dem Mittelmeer aufnimmt?
Was wäre, wenn Augsburg eine Leuchtturmstadt für gelebte Utopien wird?
Was wäre, wenn der Frieden unser Süden und die Solidarität unser Kompass wird?
Was wäre, wenn Menschen nicht nur stranden, sondern auch ankommen und wir gemeinsam eine offene Gesellschaft gestalten?
Was wäre, wenn wir unsere Friedensübungen statt auf dem Trockenen in der Realität durchführen?
Was wäre, wenn wir eine sichtbare Leuchtkanone in den verfinsterten Himmel der Menschenwürde schießen?

Hafenstadt Augsburg!

An den EU-Außengrenzen sind seit dem Jahr 2000 mindestens 35.000 Menschen gestorben, allein in diesem Jahr ertranken 1500 im Mittelmeer.  Die Dunkelziffer dürfte noch weit höher liegen. Davor kann und darf die Friedensstadt Augsburg nicht mehr die Augen verschließen.

  • Wir fordern daher: Augsburg soll sichere Hafenstadt werden!
  •          Stoppt die Hafenblockade für Seenotrettungsschiffe in Italien, Malta und überall!
  •          Lasst alle laufenden Anklagen und rechtlichen Verfahren gegen Seenotretter*innen fallen!
  •        Gewährt allen Asyl, die in ihren Heimatländern verfolgt werden oder unter Krieg, Not und Perspektivlosigkeit leiden!
  •           Stoppt die Abschiebungen von Geflüchteten!
  •           Keine Anker-Zentren, keine Lager, nirgendwo!
  •       Schafft solidarische Städte. Alle Menschen in solidarischen Städten sollen ein Recht auf Teilhabe, Bildung, Arbeit, menschenwürdige Versorgung und Bleiberecht haben!

Augsburg soll sich der Initiative von Bonn, Köln, Düsseldorf, Solingen, Potsdam und Regensburg anschließen und verbunden mit einem bedingungslosen Bekenntnis zur Seenotrettung ihre Bereitschaft zur direkten und unbürokratischen Aufnahme aus Seenot geretteter Flüchtlinge erklären.


Lifeline-Kapitän Claus-Peter Reisch



Ballonaktion

Fotos zur Verfügung gestellt von: www.forumaugsburg.de CC BY 3.0