Samstag, 9. Oktober 2021

No Lager, nowhere! Bezahlbarer Wohnraum für alle!

Am 09.09. ist der bundsweite Aktionstag gegen Lagerunterbringung und für bezahlbaren Wohnraum für alle. Der Augsburger Flüchtlingsrat hat den Aufruf selbsverständlich mitgezeichnet.

 

No Lager, nowhere! Bezahlbarer Wohnraum für alle!

Aufruf zum bundesweiten #NoLagerNowhere Aktionstag am 9. Oktober 2021

https://lager-watch.org/

Fluchtursachen sind vielfältig. Bei dem Versuch, ihr Leben zu retten, sterben täglich unzählige Geflüchtete. Überlebende, die es in ein EU-Land schaffen, erwartet dort nicht etwa ein geschützter und menschenwürdiger Lebensraum. Sie müssen in Zelt-Camps wie Kara Tepe ausharren und werden in Deutschland in Anker-Zentren, Erstaufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünften untergebracht, die eines gemeinsam haben: Es sind Lager!

Orte, an denen Menschen entrechtet werden. Durch die Wohnsitzauflage müssen sie im Lager leben. Es gibt dort oft keine Privatsphäre, keinen Schutz und keine Möglichkeit zur eigenständigen Organisation des Alltags oder zur Integration. Stattdessen willkürliche Personen- und Zimmerkontrollen, zum Teil unter Anwendung von Gewalt durch Security-Personal und Polizist*innen, die zu jeder Tages- und Nachtzeit Abschiebungen durchführen. Geflüchtete müssen mit der Angst als ständiger Begleiterin leben, Flashbacks und das Entstehen neuer Traumata sind die Folge. In vielen Lagern ist neben der psychischen auch die körperliche Gesundheitsversorgung unzureichend. In der Erstaufnahme gibt es nur eine gesundheitliche Notversorgung, der Zugang zu Fachärzt*innen und Therapien wird hier verwehrt. Häufig ist bedürfnisgerechte Ernährung ebensowenig gewährleistet wie Pandemie-bedingt erforderlicher Infektionsschutz. Vielmehr setzen die Verantwortlichen auf „Durchseuchungspolitik“ in Kombination mit der vollständigen Isolation geflüchteter Menschen, beispielsweise durch Besuchsverbote.

Diese und weitere intensive Grundrechtseinschränkungen sind in Hausordnungen festgeschrieben. In Lagern wird „Migrationsmanagement“ betrieben, die Lagerunterbringung geflüchteter Menschen beruht auf einer politischen Kontinuität rechter Programmatik. Unter anderem die Änderung des Art. 16 GG und das Dublin-Abkommen negieren das Asylrecht.


Zahlreiche Betroffene haben weder die Möglichkeit, noch die Mittel, Rechtsbeistand in Anspruch zu nehmen. All dies ist von Politiker*innen gewollt: Lager sollen der Abschreckung dienen. Aber niemand flieht freiwillig und Migration ist kein vorübergehendes Ereignis, sondern wird immer zu unserem Alltag gehören. Geändert werden muss die Anerkennungs- und Unterbringungspolitik für Geflüchtete. Das Recht auf Wohnen ist ein Menschenrecht und gilt für alle Menschen, unabhängig von deren Aufenthaltsstatus.

Lager bedeuten rassistische Gewalt, Entrechtung, Verwaltung, Isolation und Ausgrenzung. So darf es nicht weitergehen! Wir wollen Wohnungen für alle! Wir rufen am 9. Oktober 2021 zu einem bundesweiten Aktionstag auf. Dezentral aber gemeinsam, um Lagerstrukturen zu bekämpfen und abzuschaffen. Gemeinsam wollen wir unsere Forderung in die Öffentlichkeit tragen: No Lager, nowhere! Kein Lager, nirgendwo!

 

Mittwoch, 4. August 2021

Augsburger Appell: Keine Abschiebungen nach Afghanistan

Gemeinsam mit dem Augsburger Flüchtlingsrat fordern mittlerweile insgesamt 65 Organisationen, Unternehmen und Initiativen die sofortige Aussetzung der Abschiebungen nach Afghanistan.

Augsburger Appell zum Download


 Unterstützer*innen (Stand 11.08.2021)

Augsburger Flüchtlingsrat
Freundschaftskreis Augsburger Flüchtlingsrat e.V.
 
a3kultur - Kulturmagazin
ABA - Autonome Bande Auxburg
Afrikan Spirit e.V.
ag mutual
AK Lesbos
AK Wohnen Augsburg
Alevitische Gemeinde Augsburg e.V.
Alevitisches Kulturzentrum und Cem Haus Augsburg e.V.
Amnesty Hochschulgruppe Augsburg
Arbeitskreis Asyl Kaufbeuren 
Assyrischer Mesopotamien Verein Augsburg e.V.
Attac Augsburg
Augsburg postkolonial - decolonize yourself
Augsburger Bürgerstiftung "Beherzte Menschen"
Augusta Unida
Black Community Foundation Augsburg 
Bündnis 90/Die Grünen Stadtverband Augsburg
Bündnis für Flüchtlinge Kaufbeuren und Umgebung 
Dante Alighieri Augsburg e.V.
Deutsch-Französische Gesellschaft Augsburg und Schwaben e.V.
DGB-Kreisverband Augsburg
Diakonisches Werk Augsburg e. V. 
Die LINKE Augsburg
Die PARTEI KV Augsburg
Die Seiferei - selbstverwaltet & solidarisch
duophonic GmbH
Ekin Kulturtreff e.V.
Eritreischer Verein in Augsburg und Umgebung e. V.
Fanprojekt Augsburg des SJR Augsburg KdöR
Frauenzentrum Augsburg
GEW Augsburg
FC Özakdeniz e.V.
Goldschmiede Fries-Arauner
Grandhotel Cosmopolis e.V.
Grüne Jugend Augsburg
Helferkreise Augsburg
    - Helferkreis Aufwind - Augsburg Hochzoll
    - Helferkreis Asyl in Augsburg-Hochfeld
    - Helferkreis Asyl Haunstetten
    - AK Asyl Kriegshaber
    - Helferkreis Christkönig
Home in a Bowl e.V.
Integrationsbeirat der Stadt Augsburg
Internationale Kultur Mering e.V.
Internationales Kulturzentrum Augsburg e.V.
Klimacamp Augsburg
Kulturkollektiv Mehrfrau e. V.
Kültürverein Augsburg e.V.
La Paranza e.V.
MaroVerlag Augsburg
Mulheres pela Paz - Frauen für Frieden e.V.
Netzwerk kurdischer Geflüchteter in Augsburg
Neues Frauen Bündnis - Ortsgruppe Augsburg
Open Afro Aux
schöner Scheitern ehVau
SOLWODI Augsburg
Somalischer Kulturverein Augsburg e.V.
Stadtjugendring Augsburg KdöR
Tür an Tür miteinander wohnen und leben e.V.
Unser Haus e.V.
Unterstützergruppe "Asyl/Migration Dillingen a.d.D." e.V.
Verein der Griechen aus Pontos e.V.
VVN-BdA Kreisvereinigung Augsburg
ZAM e.V. - Zusammenschluss Augsburger Migrant*innenselbstorganisationen 


 

Sonntag, 13. Juni 2021

Refugee Week 2021 - FlüRa ist dabei!

Refugee Week 2021

Auch in diesem Jahr gibt es in Augsburg wieder eine Refugee Week mit einem tollen Programm

Der Augsburger Flüchtlingsrat beteiligt sich dabei am flüchtlingspolitischen Wertachspaziergang (20.06.) und mit einer eigenen Online-Veranstaltung zum Thema "Blackbox Abschiebehaft IV: Aktiv sein gegen die Inhaftierung ohne Vergehen" (23.06., 18.30).


Blackbox Abschiebehaft IV - Aktiv sein gegen die Inhaftierung ohne Vergehen

Die Abschiebehaft hat in Deutschland eine lange und unrühmliche Tradition: Vor über 100 Jahren wurde sie als Instrument staatlicher Repressionsmaßnahmen gegen nicht erwünschte Menschen eingeführt. In den Fokus dieser Repressionsmaßnahme gerieten damals vornehmlich aus Osteuropa zugewanderte Jüd*innen. War die Institution der Abschiebehaft schon damals nicht unumstritten, so hat sie auch heute als äußerst fragwürdig zu gelten. Als reiner Verwaltungsakt stellt sie eine Haftform ohne vorausgegangene Straftat und richterlichen Urteilsspruch dar.

Eine grundsätzliche Kritik an Abschiebehaft ist und bleibt daher notwendig. Um nur einen Ansatzpunkt zu nennen: Obwohl richtigerweise immer wieder betont wird, dass Abschiebehäftlinge keine Strafgefangenen sind und folglich nicht als solche zu behandeln seien, ist ihre Lage und vor allem ihre juristische Betreuung durch AnwältInnen viel prekärer als die von Gefangenen in „normalen“ Haftanstalten.

In loser Folge hat der Augsburger Flüchtlingsrat in den vergangenen drei Jahren immer wieder RechtsanwältInnen, AktivistInnen und Sozialarbeitende eingeladen, die ihre Kritik an der Praxis der Abschiebehaft formulierten.

Nun wollen wir weitere AktivistInnen zu Wort kommen lassen, die sich seit Bestehen der Abschiebehaft Eichstätt gegen diese einsetzen und für Verbesserungen von Haftbedingungen kämpfen. Die Referent*innen des Bündnisses gegen Abschiebehaft Eichstätt berichten von der Entstehung der Haftanstalt ab 2017, ihrem Einsatz für Inhaftierte und von ihrer bewundernswerten und beharrlichen Arbeit gegen Abschiebehaft. In einem darauffolgenden Gespräch wird die Blackbox Abschiebehaft gemeinsam ausgeleuchtet sowie auch die Möglichkeiten des Engagements gegen Abschiebehaft und für Betroffene ausgelotet werden.

Veranstaltung per Zoom unter:

https://us02web.zoom.us/j/89084853587?pwd=VU9LVHYzdzIzL0hQTW1OajIxMXo4dz09

Meeting-ID: 890 8485 3587

Kenncode: 254788

Bei technischen Schwierigkeiten oder anderen Rückfragen richten Sie bitte eine Mail an:

fluechtlingsrataugsburg@gmail.com

Unsere Veranstaltung wird unterstützt von 

ZAM e.V. und samo.fa plus  ---- Vielen Dank!