Sonntag, 6. Oktober 2019

Breaking Borders! FluchtFilmFestival in vollem Gange




Das FluchtFilmFestival - Breaking Borders ist in vollem Gange und für diese Woche stehen noch weitere Highlights aus. Besonders hinweisen möchten wir Sie auf drei Filmvorführungen, teilweise mit anschließenden Podiumsdiskussionen.

Dienstag, 08.10.2019, 19.00 Uhr - Cafe Tür an Tür - Le Havre (Spielfilm), vorab ein Kurzfilm von und mit Mustafa Mohktari

Marcel Marx (André Wilms), früher Autor und wohlbekannter Bohemian, hat sich vor längerer Zeit in sein frei gewähltes Exil, die Hafenstadt Le Havre, zurükgezogen. Hier geht er inzwischen der ehrenwerten, aber nicht sonderlich einträglichen Tätigkeit eines Schuhputzers nach. Der Traum vom literarischen Durchbruch ist längst begraben und trotzdem führt er ein zufriedenes Leben mit seiner Frau Arletty (Kati Outinen). Doch plötzlich erkrankt Arletty schwer, gleichzeitig kreuzt das Schicksal seinen Weg in Gestalt des minderjährigen Flüchtlings Idrissa (Blondin Miguel) aus Afrika.
Mehr Informationen zum Film finden Sie hier: https://fluchtfilmfestival.noblogs.org/?page_id=82

Wir zeigen den Film im französischen Original mit deutschen Untertiteln. Dazu gibt es Soli-Pastis für den Augsburger Flüchtlingsrat.


Samstag, 12.10.2019, 19.00 Uhr - TIM  - Der Gedanke Dazusein (2018 Dokumentarfilm), danach Publikumsgespräch

Seit dem sogenannten „Sommer der Migration“ 2015 dreht sich vieles im gesellschaftlichen und politischen Diskurs um das Schlagwort „Integration“. Aber was bedeutet das eigentlich? Ausgehend von einem Integrationsbegriff, der den sozialen Zusammenhalt aller in einer Gesellschaft lebenden Menschen in den Blick nimmt, versuchen die Filmemacher*innen, die Frage, wie ein gutes Leben für alle aussehen könnte, zu beantworten. Mit dem Fokus auf Good-Practice-Beispielen in Deutschland und Österreich wird der Blick weg von Zuwanderung als Problem und hin zu den entstehenden Möglichkeiten gelenkt.
Mehr Informationen zum Film finden Sie hier: https://fluchtfilmfestival.noblogs.org/?page_id=86

Im Anschluss daran findet eine Podiumsdiskussion mit dem Titel Da sein in Augsburg. Zwischen Ankommen in der Stadtgesellschaft und Ausgrenzung in den Ankerzentren statt. Auf dem Podium sitzen die Regisseurinnen und VertreterInnen des Grandhotel Cosmopolis.


Sonntag, 13.10.2019, 18.00 Uhr - Liliom - Narben der Flucht (Spielfim 2019), danach Publikumsgespräch

Der Spielfilm NARBEN DER FLUCHT ist ein Jugendfilmprojekt der Kommunalen Jugendarbeit Eichstätt, das von Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf die Beine gestellt wurde. Ob Drehbuch oder Regie, ob vor oder hinter der Kamera – die vielen jungen Menschen, die dabei mitgewirkten, haben unzählige Stunden und Unmengen an Energie in diesen Film gesteckt, allen voran Mahmud Hassan.
Den jungen Menschen, die an dem Film mitgewirkt haben, ist es ein Anliegen darzustellen, warum junge Menschen nach Deutschland fliehen, wie sie hier ankommen, auf welche Probleme sie hier treffen. Den Machern ist wichtig zu zeigen, dass es nicht DEN Geflüchteten, gibt, so wenig wie es DEN Deutschen gibt. Aber dass wir lernen können, uns alle als gleichberechtigte Menschen zu sehen und in Frieden zusammenzuleben.
Mehr Informationen zum Film finden Sie hier: https://fluchtfilmfestival.noblogs.org/?page_id=144

Im Anschluss stehen Mitglieder der Filmgruppe für ein Publikumsgespräch zur Verfügung.

Weitere Filme im Programm:

Freitag, 11.10.2019 , 18.00 Uhr - Liliom - Rafiki (Drama)
Samstag, 12.10.2019, 18.00 Uhr - Liliom - Vor der Morgenröte (Drama)

Montag, 9. September 2019

FlüRa goes Cinema

Breaking Borders -- FluchtFilmFestival 2019


2019. FlüRa wird drei Jahre alt und organisiert ihr erstes Filmfestival. Unter dem Titel Breaking Borders - FluchtFilmFestival laden wir alle zu zehn Tagen mit tollen Filmen und einem reichhaltigen Rahmenprogramm ein. Alle relevanten Informationen sind auf der Festival-Homepage zu finden.
Kommt zahlreich!


 

Donnerstag, 8. August 2019

Pressemitteilung des Augsburger Flüchtlingsrates --- 08.08.2019



Pressemitteilung des Augsburger Flüchtlingsrates zur Rede des Oberbürgermeisters Dr. Gribl am Hohen Friedensfest am 08.08.2019

Keine Symbolpolitik am Friedensfest? OB Gribl bezieht keine Stellung zur Seenotrettung


Etwa 100 Menschen haben auf dem Friedensfest durch das Tragen oranger Kleidung ihre Überzeugung kundgetan, dass Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl und die Friedensstadt Augsburg sich offen zur Seenotrettung bekennen sollen. Vorausgegangen war ein gemeinsamer Offener Brief von Seebrücke Augsburg und dem Augsburger Flüchtlingsrat, der konkrete Vorstellungen beinhaltet, wie eine solch Bekenntnis aussehen könnte. Unterschrieben wurde dieser Brief von etwa 30 weiteren zivilgesellschaftlichen Organisationen.

Der Oberbürgermeister wagt in einer etwa 20-minütigen Rede zur Friedenstafel einen Spagat zwischen Wertschätzung der Initiative und Ablehnung der Inhalte. Dieser misslang gründlich! Die Inhalte wurden von Dr. Gribl zur reinen Symbolpolitik herabgewürdigt, einer Form von Politik, der er sich grundsätzlich verweigere. Eine solche Äußerung ist auf einem symbolpolitischen Event wie dem auf dem Rathausplatz inszenierten Hohen Friedensfest nicht wirklich ernst zu nehmen. Er unterschlägt dabei aber ohnehin, dass die Städte auf Gesetzgebungsverfahren Einfluss nehmen können. Das müsste er als ehemaliger Vorsitzender des bayerischen Städtetags wissen. Fragwürdig ist zudem auch seine Meinung über die Bürgermeisterkolleg*innen aus den mittlerweile über 80 Städten und Kommunen in ganz Deutschland, die sich der Initiative ‚Sichere Häfen‘ bisher schon in der einen oder anderen Weise angeschlossen haben – darunter neben München, Würzburg und Nürnberg etwa auch Potsdam, Düsseldorf und Dortmund. Gribl attestierte ihnen, unbedacht und vorschnell entsprechende Erklärungen abgegeben zu haben, nur um das Thema schnell von der Agenda zu bringen. Kollegiale Wertschätzung und Respekt sehen anders aus.

Oberbürgermeister Dr. Gribl entpolitisiert Stadtpolitik!

OB Gribl beschreibt die Stadt und letztlich auch sich selbst als völlig abhängig von der Staats- und Bundesregierung. Eine Stadt aber darf politisch handeln! Ein demokratischer gewählter Stadtrat ist kein unterworfenes, nur exekutierendes Organ der Staatsregierung. Und Seenotrettung ist Menschenpflicht, für deren Erfüllung es politisch zu kämpfen gilt! Tote im Mittelmeer sind ein Armutszeugnis für Europa, für Deutschland und für alle Städte in Europa. Seebrücke Augsburg, der Augsburger Flüchtlingsrat und die vielen anderen unterzeichnenden Initiativen und Organisationen haben für heute nur ein erstes mutiges Bekenntnis verlangt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger! Dieses Bekenntnis blieb aus, weil Oberbürgermeister Dr. Gribl am Tag des Friedens keine Symbolpolitik machen wollte. Welcher Tag hätte sich denn besser eignen können, um damit zu beginnen, das Symbol Hafenstadt für Augsburg mit Leben zu füllen.

Das blieb aus. Wir bedauern das! Und bleiben dran!
Augsburg wird sichere Hafenstadt!

Montag, 5. August 2019

Gemeinsame Pressemitteilung mit Seebrücke Augsburg -- 05.08.2019


OffenerBrief an OB Gribl und Stadtrat zur Friedenstafel: Augsburg soll sicherer Hafenwerden

Anlässlich des Hohen Friedensfestes haben der Augsburger Flüchtlingsrat und die Seebrücke Augsburg einen offenen Brief an Oberbürgermeister Kurt Gribl und die Stadträte aller Fraktionen geschrieben, in dem sie fordern, dass die Stadt Augsburg sich dem Bündnis „Städte sicherer Häfen“ anschließt und damit ihre Bereitschaft zeigt, Flüchtlinge, die aus Seenot gerettet werden, über die Verteilungsquote hinaus aufzunehmen. Der Oberbürgermeister wird aufgefordert, bei der Friedenstafel am 8. August auf dem Rathausplatz ein Zeichen von friedlicher Solidarität zu setzen.

Im vergangenen Jahr sorgte eine gemeinsame Aktion von Bluespots Productions und  dem Flüchtlingsrat für Aufsehen: In seinem Überraschungsauftritt äußerte sich Claus-Peter Reisch, Kapitän der Lifeline, zum Thema Seenotrettung. Die Gäste der Friedenstafel lauschten den Ausführungen des Kapitäns zwar sehr interessiert, doch die Stadtspitze war verärgert.

Die Situation im Mittelmeer hat sich seitdem jedoch verschlimmert: Das Mittelmeer ist zur  tödlichste Fluchtrute geworden. Allein in diesem Jahr sind bereits mindestens 800 Menschen ertrunken, die Dunkelziffer ist weit höher. Eine EU-Seenotrettung findet nicht mehr statt, und zivile Seenotrettungsorganisationen werden systematisch am Retten gehindert und sogar kriminalisiert. Italiens Innenminister lässt Schiffe mit Flüchtlingen nicht mehr in die Häfen einlaufen, solange es keine konkreten Zusagen von anderen Staaten gibt, die Geretteten aufzunehmen.

In Deutschland gibt es bereits mehr als 80 Kommunen, die bereit wären, diese aus Seenot geretteten Flüchtlinge aufzunehmen, aber Innenminister Seehofer blockiert dies, indem er auf eine europäische Lösung pocht. Doch der Druck auf ihn wird immer größer, je mehr Städte ein Zeichen der Solidarität setzen und sich zum sicheren Hafen erklären.

Augsburg muss sicherer Hafen werden
Genau dieses Zeichen, nämlich dass die Friedens- und Wasserstadt Augsburg – die Stadt, die Seehofer zum Ehrenbürger gemacht hat – sich auch zum sicheren Hafen erklärt, fordern die Seebrücke Augsburg, der Augsburger Flüchtlingsrat und 26 weitere Organisationen, die den offenen Brief an Gribl und den Stadtrat ebenfalls unterzeichnet haben, von der Stadtspitze.  

Der Antrag der SPD vom letzten Jahr, der das gleiche Ziel verfolgte, wurde vom Stadtrat im Oktober 2018 zwar abgelehnt – unter anderem mit der Begründung, dass der Antrag zeitlich und inhaltlich zu nahe an der Reisch-Aktion auf der Friedenstafel gestellt worden war. Doch auch München hat sich vor kurzem zum sicheren Hafen erklärt, obwohl dies im ersten Anlauf im Januar noch abgelehnt wurde.

Denn Ende Juni hat sich mit dem Fall Carola Rackete und der Sea-Watch 3 die Situation grundlegend geändert: Nicht nur Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Außenminister Heiko Maas und der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm haben sich öffentlich für Seenotrettung eingesetzt – auch eine deutliche Mehrheit der deutschen Bevölkerung steht hinter der privaten Seenotrettung im Mittelmeer, wie eine Umfrage des ARD-Deutschlandtrends Anfang Juli ergeben hat.

Die Seebrücke Augsburg ist seit letztem Herbst in Gesprächen mit den verschiedenen Stadtratsfraktionen und auch mit OB Gribl. Sie hat ihm im Februar ihr Konzept für eine sichere Hafenstadt vorgestellt. Dass auch ein Großteil der Augsburger Bürger hinter dem Anliegen steht, zeigt die große Beteiligung an einer Postkartenaktion, die die Seebrücke in den letzten Wochen bei Infoständen und Veranstaltungen verbreitet hat. Mehrere hundert Postkarten dürfte OB Gribl inzwischen dazu erhalten haben.

„Gerne wären wir auch mit einem Redebeitrag auf der Friedenstafel dabei gewesen, aber unser Antrag wurde leider abgelehnt“, sagt Andrea Finkel von der Seebrücke. „Daher rufen wir nun alle Menschen, die am 8. August an der Friedenstafel teilnehmen, auf, in Orange – der Farbe der Seebrücke – zu kommen, als Zeichen der Solidarität für Seenotrettung.“


Weitere Informationen:
Andrea Finkel, Seebrücke Augsburg, Tel. 0162-5954023

Augsburger Flüchtlingsrat: fluechtlingsrataugsburg@gmail.com